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Zecke mit Links entfernen (Mai 2010)

Motivation

Sicher hat dieses Thema wenig mit IT zu tun. Allerdings handelt es sich hierbei trotzdem um einen ausgetüftelten technischen Vorgang, den ich an dieser Stelle einfach beschreiben will, in der Hoffnung irgend jemand damit helfen zu können, der in eine ähnliche Situation gerät, wie ich.

Aber kurz zur Vorgeschichte; eines schönen Tages hatte ich mir eine Zecke am linken Oberarm eingefangen, ungefähr da, wo der Trizepsmuskel ist. Es war ein Sonntag und unglücklicherweise war der darauf folgende Montag ein Feiertag, so dass auch kein regulärer Arzt geöffnet hatte. Desweiteren ergab es sich, dass an diesem Wochenende auch kein einziges Mitglied meiner Familie anwesend war. Im Internet hatte ich gelesen, dass eine Zecke ein potentielles FSME-Virus sofort mit dem Biss überträgt. Dafür war es also bereits zu spät. Jedoch stand auch geschrieben, dass eine potentielle Borreliose erst nach ca. 24 Stunden übertragen wird. Aus diesem Grund lohnt es sich eine Zecke zu entfernen. Ausserdem ist die Häufigkeit von Borreliose höher als die von FSME.

Vorbereitung

Soweit so gut. Freilich hätte ich auch ins Krankenhaus fahren können, aber ich dachte mir, dass die vielleicht wirklich wichtige Sachen zu tun haben. Ausserdem reizte mich als Ingenieur die Tasache ein scheinbar unlösbares Problem zu lösen. Es gibt dabei mehrere Dinge zu beachten:

  • man muss die Zecke möglichst am Kopf packen
  • man darf den Körper nicht quetschen, da sonst die Bakterien in ihrem Todeskampf erst recht übertragen werden könnten
  • man soll die Zecke langsam gerade rausziehen (ein oft zu lesendes Drehen ist Unsinn und unnötig)


Ausserdem muss man bedenken, dass ein solches Biest natürlich ziemlich klein ist und manche Leute da schon Probleme mit ihren Augen oder der Feinmotorik haben. Und bei mir kam jetzt noch dazu, dass ich nur eine Hand zur Verfügung hatte, da ich mich schlecht mit der linken Hand am linken Oberarm zu fassen bekomme. Auch stand mir keine so feine Pinzette zur Verfügung, dass sie für diese Aufgabe geeignet wäre. Litze vorbereiten Nach einigem hin- und herprobieren, kam mir eine (wie mir schien) geniale Idee. Mach das Biest mit einer Drahtschlinge platt!

Gesagt - getan. Unter meinen ganzen Computer Hardware Materialien war es nicht weiter schwierig ein Stück Drahtlitze zu finden, siehe Bild (draufklicken zum Vergössern). Diese habe ich einfach lang abisoliert und dann ein einzelnes Drähtchen rausgezogen. Dieser Draht ist so fein wie ein Haar, nur etwas stabiler. Drahtschlinge

Daraus habe ich dann eine Schlinge angefertigt, ein einfacher, lockerer Knoten. Erst einmal wird der noch nicht festgezogen. Das kommt später.

Durchführung

Das eine Ende des Drahtes habe ich an meiner Schulter einfach mit Packband angeklebt. Die Länge des Drahtes habe ich dabei so eingestellt, dass die Schlinge auf Höhe der Zecke ist. Nun zog ich die Schlinge mit der anderen Hand langsam zusammen und positionierte sie genau um die Zecke. Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Schlinge möglichst nahe an der Haut und damit am Kopf und den Beisswerkzeugen der Zecke Zecke selbst angebracht wird. Nachdem das vollbracht war, konnte ich nun meine Mordtat vollziehen. Ich zog die Schlinge langsam zusammen und quetschte somit die Zecke in der Schlinge zusammen. Das Bild zeigt noch einmal eindruckvoll die Grössenverhältnisse im Vergleich zu einem Cent.

Das geniale an der Sache ist, dass die Zecke komplett raus ging und nichts vom ihrem Beisswerkzeug in der Wunde verblieb. Das ist ganz wichtig, sonst kann sich eine Entzündung bilden! Dass alles raus war, habe ich mir am nächsten Tag auch vom Arzt bestätigen lassen, der sich die Wunde noch einmal genau mit der Lupe ansah. Eine Kontrolle durch den Arzt ist in jedem Fall empfehlenswert. In der Vergrösserung kann man auf dem Bild auch sehr schön sehen, dass noch alle Teile an der Zecke dran sind. Der Arzt fand übrigens auch, dass das eine ziemlich geniale Idee mit dem Draht sei, was mich dann ermutigte diesen Artikel zu schreiben.

Zecke im Detail

Resümee

Der beschriebene Vorgang hatte mein Problem perfekt gelöst. Eine Garantie, ob das bei einem anderen genauso gut funktioniert, kann ich natürlich nicht übernehmen, da es selbstverständlich von der ''handwerklichen'' Geschicklichkeit des Probanden abhängt. Ein Arztbesuch ist in jedem Fall vorzuziehen. Aber manchmal kommen halt ziemlich viele Zufälle zusammen, wie in meinem Beispiel, wo man einfach eine Lösung braucht.